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Wenn Arbeitgeber und Bewerber nicht zusammenfinden

von Manuela Lindlbauer


Der aktuelle Arbeitsmarkt ist nicht einfach. Arbeitsuchende jammern, sie fänden keinen passenden Job. Unternehmen jammern, sie fänden keine passenden Mitarbeiter (ausgenommen im Marketing- und HR-Bereich, wo großer Zulauf, jedoch wenig Nachfrage herrscht).

Wir sehen, wie der Gap zwischen den Vorstellungen der Arbeitsuchenden und den Erwartungen der Arbeitgeber immer größer wird. Es läuft immer öfter auf zwei Fragen hinaus: Wer passt sich wem an? Und wer hat den größeren Leidensdruck?

Selten scheitert es an den fachlichen Qualifikationen. Die Bewerber sind gut ausgebildet, bringen Praktika, oft auch aus dem Ausland, mit. Meist sind es die sogenannten „Soft Skills“ und Rahmenbedingungen, die nicht passen. Begriffe wie Flexibilität, Selbstorganisation und Leistungsbereitschaft werden von Bewerber- und Unternehmerseite durchaus unterschiedlich interpretiert und gelebt.

Die vieldiskutierte Work-Life-Balance wird den Bewerbern immer wichtiger. Wir sehen täglich, dass sie nicht nur in der Theorie diskutiert, sondern wirklich eingefordert wird. Job, ja bitte! Aber nicht um jeden Preis! Familie, Freunde, Sport müssen auf jeden Fall weiter ihren Platz haben und dürfen nicht vernachlässigt werden. Das Verständnis dafür ist bei den Arbeitgebern enden wollend. Sie fordern weiter vollen Einsatz, Überstunden und überdurchschnittliches Engagement.

Auch beim Thema Führungsstil gibt es unterschiedliche Zugänge. Als Grund für einen Jobwechsel werden unmittelbare Vorgesetze, mit denen die Mitarbeiter unzufrieden sind, meistgenannt. Autoritärer Führungsstil ist definitiv out. Amikal, aber doch fordernd will man (und frau) heute geführt und in Entscheidungen miteinbezogen werden. Und auf jeden Fall will man einen Sinn in seiner Tätigkeit sehen.

Die drängende Frage ist also: Wie bringt man die Bedürfnisse und Wünsche dieser beiden Gruppen zusammen und wer tut das? Eigentlich ist es ganz klar ein Job und Auftrag für uns Personalvermittler. Wir werden immer mehr zu Mediatoren und Coaches. Und das Wort „Vermittlung“ erhält in diesem Zusammenhang eine neue, zusätzliche Dimension.

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