Fall gelöst: Vorurteile in der Zeitarbeit

Wir haben uns die „AKÜ-Akte“ ganz bewusst als Großprojekt vorgenommen. Denn ein realistisch positives Bild der Arbeitskräfteüberlassung im Angestelltenbereich ist uns nicht nur wichtig aus Überzeugung – es ist Teil unserer täglichen Arbeit. Auf Basis unserer Studie mit 100 HR-Verantwortlichen sowie ergänzender Experteninterviews für unsere LinkedIn-Videoreihe Ende 2025 sind wir nun nochmal den gängigsten Vorurteilen auf den Grund gegangen. Spuren wurden gesichert, Aussagen geprüft – und so manches vorschnelle Urteil entlarvt.


Kapitel 1 – Tatort Meinung: Zwischen Hörensagen und Realität

Zeitarbeit ist ein Thema, das polarisiert. Und unsere „Fallanalyse“ zeigt genau das: Während nur rund 22 % der Befragten von einem guten oder sehr guten Image ausgehen, schätzen knapp 60 % das allgemeine Image als mittelmäßig ein.
Doch spannend wird es beim genaueren Hinsehen: Direkt in den Unternehmen selbst zeigt sich ein deutlich differenzierteres Bild. 8 von 10 Befragten gaben an, dass das eigene Unternehmen Zeitarbeit im Angestelltenbereich positiv oder neutral gegenübersteht.

Oder anders gesagt: Der „Tatort öffentliche Meinung“ erzählt nicht die ganze Geschichte.


Kapitel 2 – Indizienlage: Was wirklich hinter Zeitarbeit steckt

Die Beweislage ist eindeutig – und deutlich praxisnäher als so manches Vorurteil.
73 % sehen den größten Vorteil in der Eignung für befristete Einsätze, 70 % im „Try & Hire“-Ansatz und 67 % in der schnellen Verfügbarkeit von Personal.
Gleichzeitig zeigt sich: Zeitarbeit ist längst kein Randthema mehr. Über drei Viertel der Unternehmen haben bereits Erfahrung damit – aktuell oder in der Vergangenheit.
Und auch strategisch wird sie klar eingeordnet: Rund 79 % sehen Zeitarbeit als geeignete Antwort auf volatile Märkte, 78 % als sinnvolles Instrument in Krisenzeiten.

Klingt weniger nach „Notlösung“ – und mehr nach bewusst eingesetztem Tool.


Kapitel 3 – Zeugenbefragung: Ein Blick in die Zukunft

Auch der Blick nach vorne liefert ein klares Bild: 36 % erwarten, dass Zeitarbeit künftig häufiger eingesetzt wird, während 45 % von einer stabilen Entwicklung ausgehen.
Parallel dazu zeichnet sich ein klarer Trend ab: mehr Spezialisierung sowie Fachkräfte, flexiblere Beschäftigungsmodelle und steigende Anforderungen an Qualifikationen. Dieser widerlegt Gründe wie gering qualitativ vermutetes Personal oder zu hoher Aufwand, die fälschlicherweise dazu verleiten, den Einsatz von Zeitarbeitskräften nicht in Betracht zu ziehen.

Die Branche entwickelt sich weiter – und mit ihr die Erwartungen.


Kein Platz für Vorurteile

Denn wie sagte bereits Immanuel Kant? „Die Maxime, jederzeit selbst zu denken, ist die Aufklärung.“

Ein Satz, der auch in unserer „AKÜ-Akte“ bestätigt wird: Vorurteile entstehen oft ohne eigene Erfahrung und Berührungspunkte. Unsere Studie zeigt, dass praktische Einblicke und reale Zusammenarbeit zu einem deutlich differenzierteren – und positiveren – Bild führen als vielleicht allgemein bekannt.

Der Fall ist klar: Machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Wir unterstützen Sie gerne dabei.

 

Denis Vrce, Anna Mogeritsch und Armin Jungschaffer bei der Aufklärungsarbeit