Mitarbeiterbindung

Mitarbeiterbindung – wie kann das gelingen, wo der Arbeitgeber weit weg und die eigenen Wände kaum verlassen werden

 

Führungskräfte stehen generell vor großen Herausforderungen in der Welt der Digitalisierung und New Work. Man kann nicht so einfach einen Stecker umstecken in die digitale Welt! Es geht dabei um Werte, die gelebt werden bzw. um Einstellungen, die geändert werden müssen. Sie benötigen eine vertrauensvolle Einstellung, wenn Sie virtuelle Teams führen. Denn es ist nicht die Anzahl der geleisteten Stunden, sondern das Ergebnis am Ende des Tages, das zählt.

 

Welche Tipps würden Sie einer Führungskraft hier geben?

Ich muss mich hier als eine Verfechterin des Supportive Leaderships deklarieren und sehe darin den Schlüssel zum Erfolg.

Schaffen Sie Vertrauen!

Als Führungskraft müssen Sie zuerst den Vertrauenssprung schaffen und Ihrem Team klar kommunizieren, was Ihnen in der Zusammenarbeit wichtig ist. Und vergessen Sie nicht ihren Mitarbeitern zu sagen, was diese von Ihnen als Führungskraft erwarten können und was nicht.

Hier kommt es darauf an, dass Sie selbst zu Ihren Aussagen stehen und danach handeln. Vermitteln Sie durch Ihre Taten, dass man sich auf Sie verlassen kann. Halten Sie sich selbst an die vereinbarten Spielregeln. Ihre tägliche Konsequenz im Vorleben ist hier ein besonders wichtiger Schlüssel.

Unternehmenskultur und Offenheit für die Probleme der MitarbeiterInnen

Lassen Sie die Grenzen zwischen Arbeit und Leben nicht verschwimmen. Nehmen Sie während der normalen Arbeitszeit Kontakt auf, erwarten Sie keine Antworten spät in der Nacht.

Und seien Sie achtsam gegenüber Ihrem Team – gerade in schwierigen Zeiten. Denken Sie daran, dass Angestellte mit Kindern möglicherweise auch mit Schulschließungen konfrontiert sind und niemanden haben, der sich um die Kinder kümmert. Berücksichtigen Sie also nach Möglichkeit die individuellen Umstände.

Persönliche Interaktion und Kommunikation schaffen Vertrauen innerhalb einer Gruppe. Im Home Office verschwindet dieser Vorteil. Selbst wenn Führungskräfte ihre Teammitglieder voller Vertrauen ins Homeoffice entlassen, bedeutet das noch lange nicht, dass dieses Vertrauen auch unter den Teammitgliedern geteilt wird.

Wertschätzung gegenüber Leistung und MitarbeiterInnen !

Besonders in Zeiten des Homeoffice ist es wichtig, dass Sie sich regelmäßig bei Ihren MitarbeiternInnen dafür bedanken, dass jetzt alle an einem Strang ziehen. Betonen Sie immer wieder, wie wichtig jeder Einzelne gerade jetzt für das Unternehmen ist.

Halten Sie persönlichen Kontakt!

Erkundigen Sie sich regelmäßig in virtuellen Vier-Augen-Gesprächen, wie ihre Mitarbeiter*innen mit der ungewohnten Arbeitssituation zurechtkommen und interessieren Sie sich ehrlich für Ihre Sorgen. Da beim Remote Arbeiten der persönliche Kontakt wegfällt, muss ich mehr als sonst auf die Persönlichkeit meiner Mitarbeiter eingehen, um Missverständnissen vorzubeugen.

Holen Sie aber laufend Feedback einholen, ob die Aufgaben in den vereinbarten Zeiträumen erledigt werden können – am besten durch „Virtuelle Stand Up Meetings“

Schaffen Sie Raum für Small-Talk und feiern Sie Erfolge!

Der Teamspirit und das Gefühl von Verbundenheit leidet zur Zeit besonders. Mitarbeiter fühlen sich bereits nach kürzester Zeit von Team und Unternehmen entkoppelt. Wer nur online arbeitet tendiert dazu, nur noch beruflich zu kommunizieren, was diesen Effekt noch verstärkt.

Um den Zusammenhalt im Team zu fördern, hatten einige meiner Kunden echt tolle Ideen: Vom gemeinsamen virtuellen Oktoberfest mit Weißwurst-Essen bis zum virtuellen Punschtrinken im Freien.

Digitale Tools eignen sehr gut, um das Gemeinschaftsgefühl beim Remote-Arbeiten aufrecht zu erhalten. Besonders jetzt ist dies von entscheidender Bedeutung, um ein Gefühl der Isolation auszugleichen. Auch digitale Geburtstagskarten, das Anstoßen auf Erfolge im Video-Team-Meeting oder teaminterne Wettbewerbe eignen sich für die Motivation.

Regelmäßiger vereinbarter Kontakt zu Ihren MitarbeiterInnen fördert auch das Vertrauen und gibt das Gefühl, nicht alleine zu sein. Beginnen Sie die virtuellen Meetings mit einem „Social Check-in“, bei dem jeder kurz sagen kann, wie es ihr/ihm geht und was gerade neben der Arbeit läuft. Ersetzen Sie die sozialen Kontakte und Gespräche in der Kaffeeküche durch virtuelle „Coffee Breaks“. Vereinbaren Sie 3 x wöchentlich einen virtuellen „Kaffeeklatsch“ zum Zweck des informellen Austausches. Öffnen Sie einen Chat-Kanal für das Team, in dem sie zwischendurch Privates austauschen können.

 

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Profilbeschreibung

Mag. Sonja Schloemmer MBA, MAES

Die Expertin für Leadership und HR-Instrumente berät seit 2003 zahlreiche namhafte Unternehmen in Österreich und Deutschland. Als ehemalige Netzwerkpartnerin der Beratergruppe Neuwaldegg und Top Executive Coach arbeitet sie mit Vorständen, Geschäftsführern und Topführungskräften basierend auf den Erkenntnissen der Neurobiologie. Ihr praxisnaher Zugang basiert auf jahrelanger Erfahrung im HR Management eines Konzerns und in der Produktivitätsoptimierung. Als Förderin des Viktor Frankl Museums ist es ihre Mission, Arbeit für Menschen in Unternehmen wieder sinngebend zu gestalten.